Kurt buddelt in seiner Box. Ratsch ratsch ratsch raschel raschel. Aufeinmal wird die Tür hinter mir aufgerissen und die Tierarzthelferin stürzt hinaus. Stille. Die Tierärztin, die gerade etwas in Kurti seine Akte schreibt entschuldigt sich und schaut nach oben. Nach einigen Sekunden drehe ich mich dann um und möchte wissen, was es da so spannendes gibt. Aha, ein Bildschrim auf dem vier verschiedene Bereiche der Praxis zu erkennen sind, nichts spannendes. Jemand sitzt im Wartezimmer, ein Mann geht gerade vom Grundstück. Schön, schön. Gerade als die Tierärztin wieder zum Schreiben ansetzt, kommt die Helferin wieder rein: “War das eben Ihre Begleitung?”. Begleitung? Was für eine Begleitung? Ich bin doch nur mit meinem Fahrrad und Kurt da! Meint sie den Mann? Oh Gott ein Stalker?! Sie meint tatsächlich den Mann. Dieser hätte behauptet er würde auf mich warten. Ich stehe verwirrt da, doch dann klärt mich die Ärztin auf. Es komme öfters vor, dass jemand versucht die Praxis zu beklauen und dieser Mann schien eben diesen Plan gehabt zu haben, kam durch die Tür und wollte die Treppen hinauf in den Privatbereich gehen – rannte dann aber weg, nachdem er erwischt wurde. Zu blöd um die Kameras zu sehen … ~
Davon bekam Kurt allerdings nichts mit, er wollte ja bloß nach Hause in sein Nest, aus welchem ich ihn entführt hatte. Er zeigte sich beim Arzt von seiner besten Seite, war munter, nahm sein Antibiotikum, welches gegen die Entzündungen der Wunden wirkt, ohne Probleme und lies sich vorher auch brav begutachten. Die Tierärztin war zufrieden und meinte, dass sein Fell und seine Haut nicht nach parasitärem Befall aussieht und fragte, ob er sich nicht irgendwo im Gehege verletzt haben könnte, da die Wunden so hinter dem Köpfchen sind, als hätte er versucht sich irgendwo durch zu zwängen, was ich aber verneinen konnte. Eine engere Korkröhre hat er, aber die hat er auch schon immer. Vorsichtshalber habe ich sie erstmal rausgenommen, auch wenn ich an ihr nichts finden konnte. Nun heißt es 10 Tage lang Antibiotika geben und hoffen, dass es sich nicht trotzdem noch verschlimmert, denn sonst muss er gegen Parasiten behandelt werden.


